Archiv für Februar 2012

Die “Oscars” 2012

Montag, 27. Februar 2012

"The Artist"

Strahlender Sieger der „Oscar“-Nacht ist Michel Mazanvicius’ „The Artist“, der nicht nur als bester Film geehrt wurde, sondern auch in den Königsdisziplinen „Beste Regie“ und „Bester Hauptdarsteller“ (Jean Dujardin) sowie fürs beste Kostümdesign und die beste Musik gewann. Hazanavicius’ wunderbare Beschwörung der jenseits von Worten sich entfaltenden Macht filmischen Erzählens hat sich damit auch für die Mitglieder der Academy of Motion Pictures Arts and Sciences als unwiderstehlich erwiesen.

Der andere große Gewinner des Abends war interessanterweise das Gegenstück zur schwarz-weißen, in Frankreich gedrehten Stummfilm-Hommage ans klassische Hollywood: „Hugo Cabret“ von Martin Scorsese, eine amerikanische Hommage ans frühe französische Kino, die sich modernster filmsprachlicher Mittel bedient, um nostalgisch auf die Anfänge der „siebenten Kunst“ zurück zu schauen. Scorseses Film wurde für die furiose 3D-Kameraarbeit von Robert Richardson ausgezeichnet, sowie in fast sämtlichen anderen „technischen“ Kategorien, die den „Look“ und „Sound“ eines Films definieren.

Die schiere Liebe zum Kino, die beide Filme genussvoll zelebrieren, war also die Trumpfkarte bei den „Oscars“ 2012. Hier die „Oscar“-Gewinner 2012 im Überblick:

  • Bester Film „The Artist“
  • Beste Regie Michel Hazanavicius („The Artist“)
  • Beste Schauspielerin Meryl Streep in „The Iron Lady“
  • Bester Schauspieler Jean Dujardin in „The Artist“
  • Beste Nebendarstellerin Octavia Spencer in “ “The Help”
  • Bester Nebendarsteller Christopher Plummer in “Beginners”
  • Beste Kamera Robert Richardson in „Hugo Cabret“
  • Bester Schnitt Kirk Baxter, Angus Wall in „Verblendung“
  • Beste Filmmusik Ludovic Bource („The Artist“)
  • Bester Song Bret McKenzie für „Man or Muppet“ aus „The Muppets“
  • Bestes adaptiertes Drehbuch Alexander Payne, Nat Faxon und Jim Rash für „The Descendants“
  • Bestes Originaldrehbuch „Midnight in Paris“ von Woody Allen
  • Bester Dokumentarfilm „Undefeated“
  • Bester fremdsprachiger Film „Nader und Simin“
  • Bester animierter Spielfilm „Rango“
  • Bester Kurzfilm „The Shore“
  • Bester kurzer Dokumentarfilm „Saving Face“
  • Bester animierter Kurzfilm „The Fantastic Flying Books of Mr. Morris Lessmore“
  • Beste Art Direction Dante Ferretti, Francesca Lo Schiavo für „Hugo Cabret“
  • Beste Visuelle Effekte Rob Legato, Joss Williams, Ben Grossmann, Alex Hennig für „Hugo Cabret“
  • Bestes Kostümdesign Mark Bridges für  „The Artist“
  • Bestes Make-up Mark Coulier, J. Roy Helland für „The Iron Lady
  • Bester Tonschnitt Philip Stockton, Eugen Gearty für „Hugo Cabret“
  • Beste Tonmischung Tom Fleischman, John Midgley für „Hugo Cabret
  • Ehren-”Oscar” James Earl Jones

Der “Goldene Bär”: Überraschungssieg

Sonntag, 19. Februar 2012

Paolo und Vittorio Taviani

Christian Petzold

Ursula Meier

Dass sich die Jury unter Mike Leigh entschieden hat, den “Goldenen Bären” an “Caesar deve morire” der Brüder Paolo und Vittorio Taviani zu vergeben, mag viele überrascht hatten – eine schlechte Entscheidung ist deshalb es nicht, auch wenn “Barbara” von Christian Petzold oder “L’enfant d’en haut” von Ursula Meier sicher auch würdige Anwärter gewesen wären. (weiterlesen…)

Die “Bären”

Sonntag, 19. Februar 2012

Die Internationale Jury unter Vorsitz von Mike Leigh hat ihr Urteil gefällt. Die “Bären” der 62. “Berlinale” gingen an:

Goldener Bär: “Cesare deve morire” von Paolo & Vittorio Taviani

Großer Preis: “Csak a szél” von Bence Fliegauf

Silberner Bär: “Barabara” von Christian Petzold

Beste Darstellerin: Rachel Mwanza in “Rebelle” von Kim Nguyen

Bester Darsteller: Mikkel Boe Folsgaard in “En Kongelig Affaere”

Künsterlische Leistung: Lutz Reitemeier für “Bai lu yuan”

Drehbuch: Nikolaj Arcel, Rasmus Heisterberg (“En Koengelig Affaere”)

Alfred-Bauer-Preis: “Tabu” von Miguel Gomez

Sonderpreis: “L’enfant d’en haut” von Ursula Meier

Preise der unabhängigen Jurys:

FIPRESCI-Preis: “Tabu” von Miguel Gomez

Caligari-Preis: “Tepenin Ardi” von Emin Alper

Preis der Ökumenischen Jury: “Cesare deve morire” von Paolo & Vittorio Taviani

B-Talk: Was bleibt?

Samstag, 18. Februar 2012

"Flying Swords Of Dragon Gate" in 3D

Jetzt hat die “Berlinale” also doch noch ihren Eklat – einen kleinen, aber immerhin. Eine Rolle spielt dabei das Kino “Cinemaxx 7″, in dem die begehrtesten Filme für die Presse gezeigt werden, nachmittags, wenn tatsächlich alle Kollegen zugegen sind! (weiterlesen…)

Caligari-Preis für “Tepenin Ardi”

Freitag, 17. Februar 2012

"Tepenin Ardi"

Das türkische Drama „Tepenin Ardi“ („Beyond the hill“) von Emin Alper ist der diesjährige Preisträger des Caligari-Preises. Der in mächtigen CinemaScope-Bildern fotografierte Film handelt von einem Besuch auf dem Land. Nurset, der Sohn des pensionierte Forstverwalters Faik, schaut bei seinem Vater vorbei, zusammen mit seinen Kindern Caner und Zafer. Doch die Stimmung ist gedrückt. (weiterlesen…)

B-Talk: Ein bisschen Liebe

Freitag, 17. Februar 2012

“Love”

Als hätten es die Festival-Programmierer geahnt: Das Wetter wird sonniger und auf der Leinwand stehen die Zeichen auf Liebe. Allerdings machen die beiden Filme, die kurz vor Toresschluss mit euphorischen Gefühlen hantieren, noch lange keinen Sommer: “Cherry” von Stephen Elliott und “Love” von Niu Chen-Zer Doze, die nicht unterschiedlicher hätten ausfallen können. (weiterlesen…)

Berlinale-Wettbewerb – Freie Wildbahn

Donnerstag, 16. Februar 2012

Das friedliche Bild golden wogender Kornfelder täuscht. Wang Quan’ans „White Deer Plain“, ein dreistündiges  Historienepos um das Ende des chinesischen Kaiserreichs und die wechselvolle Phase bis zur japanischen Invasion, beginnt mit Einblicken in eine  feudale Lebenswelt und führt von da aus stetig abwärts. (weiterlesen…)

B-Talk: Requiem für ein Medium

Donnerstag, 16. Februar 2012

“Side By Side” von Chris Kenneally

Der Film ist nicht mehr! – es lebe der Film!!

Haben wir das Ende des Films bereits verpasst? Wenn man Steven Soderbergh zuhört, scheint das so zu sein; schlimmer noch, niemand trauert ihm nach! Gemeint sind natürlich nicht die Bilder, die auf der großen Leinwand erscheinen, sondern das Trägermaterial. Denn immer weniger flackert es im Kino, immer weniger rattert der 35mm-Projektor. Vielmehr summt der Lüfter des digitalen Projektors. “Side by Side” von Chris Kenneally skizziert filmgeschichtlich-philosophisch den unaufhaltsamen Weg des Kinos ins digitale Zeitalter. (weiterlesen…)

B-Talk: Der Tod … und dann?

Mittwoch, 15. Februar 2012

"Death Row" von und mit Werner Herzog

Mit dem Todesurteil ist man bereits das erste Mal gestorben. Wenn man im Namen des Volkes dann in eine jener Zellen überstellt wird, die den zum Tode verurteilten Häftlingen mitunter über Jahre hinweg permanent daran erinnern, dass es jede Stunde soweit sein kann, dann stirbt man ein zweites, ein drittes Mal… Keiner hat das Recht, einen anderen Menschen zu töten – schon gar nicht im Namen irgendeiner Institution. Werner Herzog macht in “Death Row” kein Hehl daraus, dass er zu den Verfechtern einer weltweiten Ächtung der Todesstrafe gehört. (weiterlesen…)

Berlinale-Wettbewerb – Zwischenbilanz

Dienstag, 14. Februar 2012

“Jayne Mansfield’s Car”

Nach der Hälfte der „Berlinale“ 2012 lässt sich bereits klar attestieren: Von dem kollektiven Unmut, der sich im vergangenen Jahr angesichts des allzu eintönigen Wettbewerbs breit machte, ist nichts mehr zu merken – dafür sorgen Highlights wie Christian Petzolds „Barbara“, Ursula Meiers „L’Enfant d’en haut“ oder die wunderbare Tragikomödie „Jayne Mansfield’s Car“ von und mit Billy Bob Thornton. (weiterlesen…)